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Qualität statt Quantität

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Mietendeckel?

Gepostet am 14. Januar 2020 um 0:00


Das Thema Mietendeckel haben gerade wir, die in der Immobilienbranche tätig sind, mittlerweile zu Genüge verfolgt oder auch verfolgen müssen. Es stellt sich natürlich weiterhin die Frage: Kommt er oder nicht? Eine wirklich aussagekräftige Antwort zu dieser Frage lässt sich recht schwer ausformulieren. Wir können uns jedoch die Marktlage und ihre Entwicklung anschauen; hinzu kommt, dass man mittlerweile zunehmend von Investoren wie den Samwer-Brüdern hört, die anscheinend die "Ausnahmeinvestoren" darstellen, welche eben keine Scheu vor angestrebten gesetzlichen Änderungen haben. 

In den letzten 10 Jahren ist der Quadratmeterpreis eines Objekts um ca. das doppelte gestiegen; das heißt, die Entwicklung zeigt eine Wertsteigerung von 100%. Normalerweise reagiert der Markt auf entsprechend steigende Preise. Auch in Berlin. Allerdings wurden dort von 2016 bis 2018 nur 73 Prozent der zusätzlich benötigten Wohnungen wirklich neu gebaut, schließlich brauchen Neubauten Zeit sowie genügend verfügbares Bauland und Investoren. 

Bekannt ist, dass seit der Debatte um den Mietendeckel die Quadratmeterpreise zum Verkauf stark gesunken sind, was nicht unbedingt heißt, dass das Objekt tatsächlich an Wert verloren hat. Um Immobilien, die vernünftig verwaltet worden sind muss man sich definitiv keine Sorgen machen, dass sie an Wirtschaftlichkeit verlieren könnten. Ob es richtig ist, dass sich die Politik in unsere Wirtschaft einmischt, halte ich für fragwürdig, was sie damit anrichtet halte ich für noch fragwürdiger. Im Endeffekt fällt die Last, falls der Mietendeckel doch durchgesetzt wird, auf die Mieter Berlins; denn durch den Rückgang der Investoren, brauchen wir nicht erwarten, dass neuer Wohnraum geschaffen wird, im Gegenteil. Die Rot-Rot-Grüne Politik hat leider auch keine Ambitionen gezeigt, staatlich geförderten Wohnraum zu schaffen, geschweige denn eigene Bauprojekte ins Rennen zu bringen.

Auch andere Branchen in der Hauptstadt würden vom Mietendeckel getroffen. Vor allem die Baubranche dürfte signifikant weniger Aufträge bekommen als bisher, wenn es sich für Eigentümer nicht mehr lohnt, Wohnraum zu modernisieren, und Neubauten nicht realisiert werden. Denn obwohl Gebäude, die nach 2013 fertiggestellt wurden, vom Mietendeckel ausgenommen sind, werden sich Investoren fragen, wie dauerhaft diese Rechtssicherheit für sie ist. Schließlich könnte es passieren, dass irgendwann der Schutz für Neubauten vom Senat abgeschafft oder der entsprechende Stichtag verschoben wird. Jene fehlende Rechtssicherheit könnte letztlich weit über die Hauptstadt hinauswirken, warnen die Autoren der Studie. Dann nämlich, wenn der Mietendeckel im Ausland zum Thema wird. Wenn Eigentumsrechte nur unzureichend geschützt sind, bleiben Investitionen aus, da nicht länger garantiert ist, dass sich die Investitionen tatsächlich amortisieren.

Letztendlich ist das letzte Wort in diesem Thema noch nicht gesprochen und es bleibt abzuwarten, wie entschieden wird. 

(Marcel Karray)


Kategorien: Neuigkeiten

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